Die Hutter Methode in der Traumatherapie

Ohne das Wissen über die Entstehung und Auswirkung von Traumata ist eine Therapie häufig langwierig und nicht so erfolgreich, wie wir uns das als Therapeut und als Klient wünschen. Wer kennt nicht die Geschichten vieler Klienten, die sinngemäß sagen: „jetzt war ich schon 2 Jahre in der Psychotherapie, aber mir geht es nicht wirklich besser“.
Durch die Hutter Methode, aber auch andere moderne Therapieansätze, die sich integrieren lassen wie z.B. „EMDR“, „Brainspotting“, verschiedene Hypnosetechniken,  „Somatic Experience“ u.v.m stehen uns mittlerweile sehr effektive Methoden zur Verfügung, um Klienten in ein selbstbestimmtes Leben zu begleiten.
Wie „schlimm“ ist ein Trauma?
Traumata werden häufig unterschätzt. Viele Situationen sind bereits traumatisch, werden aber nicht als solche angesehen. Erlebnisse, die für sich genommen „doch nicht so schlimm waren“ können sich über Jahre anhäufen (akkumulieren) und wirken sich dann „plötzlich“ in nicht geahnter Weise auf unser Alltagsleben aus (z.B. als Angstzustände, Panikattacken, der Unfähgikeit zu adäquatem Verhalten in eigentlich unspektakulären Situationen, häufigem Stress und/oder  Verstrickungen in Beziehungen (persönlich oder beruflich), seltsamen vegetativen Symptomen wie Schlafstörungen ohne eigentlichen Stress, Verdauungsproblemen, Bauchschmerzen, Herzstolpern, Bluthochdruck, gesundheitlichen Problemen allgemein, chronischen Schmerzen, chronischer Müdigkeit, Vermeidungsverhalten im Alltag zb. Keine Autobahn mehr fahren, nicht auf größere Veranstaltungen gehen, Zwangshandlungen oder Impulskontrollverlust, verminderte Stresstoleranz…
All das kann seine Ursache in erlebten Traumata haben. Diese müssen nicht immer „schlimm“ sein aus der Perspektive des Außen stehenden oder des eigenen Verstandes. Und doch….“Was ist nur los? Warum kann ich nicht einfach „normal“ sein? So wie früher?“
Auf der kognitiven Ebene werden dann Verhaltensstrategien oder logische Sachargumente erarbeitet oder gar vorgegeben, die verstandesgesteuert umgesetzt werden sollen und häufig nicht gelingen (der Patient hat es eben noch nicht richtig gemacht). Kognitive, also Vernunftgesteuerte Therapien funktionieren häufig deshalb nicht bei Trauma, weil alle mit dem Trauma verbundenen Überlebensstrategien nicht vom Verstand kontrolliert und gesteuert werden können.
Hier setzt jedoch genau die Neutralisierungsmöglichkeit mit der Hutter Methode an.  Gefühle müssen nicht „verarbeitet“ oder traumatische Situationen gar wiederholt dem Therapeuten in allen Einzelheiten geschildert werden, noch müssen sie „wiedererlebt“ werden, sondern sie können neutralisiert werden. Das ist das Einzigartige und auch das NEUE an der Hutter®Methode.
Durch eine Neutralisierung schaffen wir Wahlmöglichkeiten: Ist ein Mensch bereit, tiefgreifende Veränderungen in seinem Leben bewusst vorzunehmen oder aber reicht es ihm einfach, akute Problemsituationen zu neutralisieren um weiter im Alltag stressfreier leben zu können, ohne gleich tief in die Vergangenheit eintauchen zu müssen.
Ganz klar bestimmt der/die PatientIn das Arbeitstempo und die Arbeitsintensität ausschließlich selbst!
Die Basis jeglicher therapeutischer Arbeit sollte meines Erachtens eine angstfreie und den Patienten in seiner Ganzheit annehmende Grundhaltung sein, die die Sicherheit vermittelt, dass er oder sie mit allem was passiert ist genau so in Ordnung ist.  Dass seine „Symptome“ oder „Probleme“ nicht sein Versagen oder Unvermögen abbilden, sondern ihm sein Überleben überhaupt ermöglicht haben oder noch immer ermöglichen.
Wir machen uns gemeinsam mit unseren Patienten auf die Suche nach seiner persönlichen Wahrheit dessen, was er/sie erlebt hat und danach, wie er/sie eine Situation in dem Moment des Geschehens erlebt und interpretiert hat. Durch die Neutralisierung und damit verbundenen Neuordnung seiner eigenen  Wahrnehmung werden Symptome (welcher Art auch immer) nun mehr und mehr überflüssig .
Durch die Neutralisierung können Neubewertungen und neue „innere Landkarten“ durch veränderte und erweiterete neuronale Vernetzungen im Gehirn stattfinden. Dies hat wiederum unmittelbare Auswirkungen auf die „äußeren Landkarten“ unseres Lebens wie beispielsweise unsere Beziehungen – zu unseren Mitmenschen wie auch zu uns selbst!

Ulrike Ahnert, c Januar 2016